Ein absolut sehenswerter und sehr bewegender Film

 

Letze Woche machten wir einen Familienausflug ins Kino und schauten gemeinsam den Film zu Papst Franziskus. Ich muss zugegeben ich war doch etwas skeptisch, da ich fürchtete es könnte durch viele Interviewpassagen doch etwas langatmig werden. Ich muss sagen der Film hat mich umgehauen, ich fand ihn einfach toll und mit so vielen wahren Aussagen, so dass ich euch am Film teilhaben lassen möchte. Falls ihr die Chance habt, den Film zu sehen, nutzt sie. Bei uns wird definitiv die DVD Einzug halten und ich werde den Film noch öfters schauen, da man alles mit einmal gar nicht wahrnehmen kann.

Hier nun meine Rezension:

„Papst Franziskus – ein Mann seines Wortes“ ein Film von Wim Wenders

Der Film ist weder Doku noch Spielfilm, weder Portrait noch Karikatur, sondern eine Reise mit Papst Franziskus zu den Hotspots der Welt. Eine Reise die tief bewegt, die Missstände aufzeigt, wachrüttelt, schockiert aber auch einen Ausweg aufzeigen will. Viele aktuelle Themen, wie Armut, die Ungleichverteilung der Güter, Ressourcenausbeute, Umweltschutz, die Rolle der Frau aber auch die Bedeutung der Familie finden Anklang in diesem Film. Wim Wenders wählte dazu geschickt Originalfilmszenen des Papstes aus dem vatikanischen Archiven und verknüpfte sie mit Aussagen des Papstes. Dabei hat man als Zuschauer den Eindruck mitten im Geschehen zu sein. Zum einen durch die Kameraführung, die den Eindruck erweckt direkt neben dem Papst zu stehen aber auch durch den geschickten Schachzug, dass Franziskus einen direkt währende des Interviews anschaut. Bis auf die wenigen Kommentare Wenders aus dem Off, sind alle weiteren Szenen in Originalsprache belassen und nur mit Untertitel versehen. Meiner Meinung nach fördert dies die Authentizität des Filmes, fordert ebenso die Konzentration des Zuschauers.
An keiner Stelle des Filmes, wirkt Papst Franziskus belehrend oder gar missionierend. Er appelliert viel mehr es durch Nächstenliebe Jesus gleich zu tun und dies egal welcher Hautfarbe oder Religion der Gegenüber ist. Seine Kernaussage hierbei ist, dass Gott jeden Menschen liebt und wie alle Kinder Abrahams sind. Er macht deutlich, dass es unser freier Wille ist uns von Gott abzuwenden und dieser uns trotzdem liebt.
Tief bewegt haben mich viele seiner Reden, die als Original eingespielt werden. Gleich am Anfang verfolgt man eine seiner Ansprachen an die Kurie in der offen „Krankheiten“ wie Habgier, theologische Demenz aber auch Trauermienen anprangert. Besonders beeindruckend ist es die Reaktionen der Mitglieder der Kurie zu beobachten. Genauso aufschlussreich sind aber auch seine Reden vor der UNO, am Ground Zero, zu Hinterbliebenen des Holocaust oder vor dem US-amerikanischen Kongress. Immer hat man den Eindruck, dass Papst Franziskus sich treu beleibt und hinter dem steht was er sagt. Er findet drastische Worte für die Ungerechtigkeiten der Welt und die, die sie nicht bekämpfen und lässt dabei auch nicht die Kirchen der Welt aus. Er plädiert für eine Kirche der Armen und prangert es an, eine innere Leere durch Reichtümer aufzufüllen.
In vielen Szenen merkt man, wie Franziskus die Menschen berührt und anspricht und eine gewisse Euphorie auslöst. Hier kann man sich als Zuschauer natürlich Fragen, wieso der Film keine Kritiker Franziskus zu Wort kommen lässt oder warum keine tiefer theologische Auseinandersetzung mit seinen Aussagen stattfindet. Klar sind manche Aussage sehr provokativ und bedürfen einer genaueren Betrachtung und klar gibt es Kritiker Franziskus, aber auch ohne Betrachtung dessen ist der viel meiner Meinung nach sehr gelungen. Er ist kein theologisches Lehrwerk oder eine Biographie des Papstes, geschweige den eine Reportage, sondern ein Abbild Papst Franziskus und seiner Meinungen und Vorstellungen. Somit ist es meines Erachtens auch keine Verzerrung oder Beweihräucherung, sondern ein zu tiefst bewegender und wachrüttelnder Film, der von allen Menschen egal welcher Religion gesehen werden wollte.

Ich wünsche euch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die Woche.

 

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